Sie hatten keine Chance!
Aber wer hält sich schon mit solchen Kleinigkeiten auf?
INTRO
Maoui Syrias wunderte sich im Moment, weshalb Arrestzellen meistens geräumiger und besser eingerichtet waren als so manche Truppenunterkunft.
Ihr kantiges Gesicht strahlte Resignation aus, als sie sich nachdenklich durch das rubinrote, von einer weißen Strähne gespaltene Haar fuhr. Eines Tages würde sie danach fragen. Eines Tages...
Das hörte sich ja an, als wäre sie in diesem trostlosen Loch zu Hause.
War sie es nicht?
Achselzuckend stemmte sich die athletische Kaukasierin von bronzenem Teint und rauem Charme von der schwebenden Pritsche hoch und räkelte sich, bis ihre Gelenke hörbar knackten.
Wieso war es nichts Besonderes, wenn sich Männer prügelten, aber umso aufsehenerregender, wenn es Frauen taten?
Und wieso galt es als besonders verwerflich, sich an Ranghöheren zu vergreifen?
Dabei hatte sie ihrem Korporal bloß einige wiederherstellbare Zähne ausgeschlagen. Die meisten ihrer Kumpel waren sowieso der Ansicht gewesen, dass er das schon lange verdient hatte.
Es war wirklich ungerecht.
Mit einem Tritt beförderte sie die Pritsche an ihren ursprünglichen Standort und zauberte über einen Druckschalter ein gepolstertes Klosettbecken und einen Spender für Toilettenpapier aus der Wand.
Aber zumindest das Chili con Carne der hiesigen Küche war erinnerungswürdig. Zwar würde sie wohl nie erfahren, ob es der Verdienst eines Kochs oder eines Nahrungssynthetisierers war, aber dieser Appetithappen ätzte einem echt alle Sorgen weg. Zumindest aus der Magengegend.
Sie hatte sich bereits ihres braunen, gemaserten Beinkleides entledigt und machte sich gerade daran aus dem Slip zu schlüpfen, als kurz ein dumpfes Klopfen erklang und die Zellentür auffuhr.
„Soldat Maoui Syrias, nehmen ich an!", brüllte dabei ein stämmiger Hauptmann, in die Arrestzelle rauschend.
Verblüfft hielt er inne.
Dann traf der Toilettenpapierspender mit einem Knall seinen Kopf und beförderte ihn wieder hinaus. Der neben dem Zellenzugang stehende Wächter schüttelte resigniert den Kopf. „Ich hatte Sie gewarnt, Sir!"









Fehler konnte ich jetzt keine finden. Wenn der Stil so bleibt wird es wirklich Spaß machen weiterzulesen, da der Hauptcharakter alles andere als Langweilig und Standartisiert wirkt.
Danke!
Du kannst dir nicht vorstellen, wie sehr das mir hilft!
Falls du selber Wert auf die Rechtschreibung legst (und dem Urteil einer völlig Fremden vertrauen magst, hihi...), kann ich gerne für dich Korrektur lesen!
Das ist ja ein schönes Intro. Ich kann mir so richtig gut vorstellen, wie dieser Klopapierhalter durch die Luft fliegt
Ich find's gut geschrieben, schön flott, schwungvoll.
Es hat was Witziges, wirkt aber auf keinen Fall lächerlich. Gleichzeitig ist Syrias Situation eine ernste, aber die Einleitung wirkt auch nicht zu ernst. Eine gelungene Muschung.
Ein paar Hinweise werden gegeben, wer Syrias ist und in welcher Lage sie sich befindet.
Reizt mich so total zum Weiterlesen um mehr herauszufinden. Als Einstieg genau richtig, finde ich.
Und hast du es allein geschrieben? Diese Frage bezieht sich auf die Aussage: "..., wie sie es mit uns tat!"
Zum ersten Kapitel kann ich nur sagen, dass er auf mich recht militärisch wirkt. Und wirft bei mir die Frage auf, ob es wirklich so schlimm ist mal etwas mehr zu beschreiben, um der Geschichte die nötige Tiefe zu verleihen?
Um da mal ein Beispiel zu nennen: Du sagst, dass die Arrestzelle größer und besser eingerichtet sei, als die anderen Quartiere. Jetzt frage ich mich, wie sieht die Arrestzelle aus? Und wie sieht sie im Vergleich zur sonstigen Unterkunft von Syrias aus?
Und ich fand es auch interessant, wie sie in die Arrestzelle kam. Sie hat sich an einem "Diensthöheren" vergriffen. Doch wie kam es dazu? Wo hat es stattgefunden? Wie lange ist das her? Mir reicht die Begründung der Tat nicht, die hier aufgeführt wird. "Weil er es verdient hat" ist eine so grobe Aussage mit einem breiten Spektrum, das ich allein durch die vielen möglichen Szenarien meiner blühenden Fantasie mir nichts darunter vorstellen kann, bloß weil mich die breite Masse an Möglichkeiten einfach erschlägt.
Auch sonst wird hier nicht viel von deinem Hauptcharakter freigegeben. Warum hat sich Syria dem Militär angeschlossen? Und wieder etwas wo Erklärungsbedarf entsteht. Es wird ja nicht explizit gesagt, dass sie dem Militär angehört. Das habe ich mir aus dem bisschen Zusammengereimt (- müssen!).
Woher kommt sie, wohin geht sie. Durch den Umstand das sie unter Arrest steht, hätte es sich sehr wohl angeboten, da sie über sich selbst nachdenken kann und du als Schreiber über sie erzählen kannst.
Und was ist eigentlich eine Kaukasierin?
Fragen über Fragen und so wenig Erklärung.
Das Ganze dann als eine mehrseitige, weitläufige Abhandlung zu posten, wirkt für mich eher ermüdend und führt IMHO dazu, dass der Leser irgendwo in der Textflut nicht nur die Übersicht, sondern auch das Interesse verliert.
Des Weiteren ist es nun mal so, dass ich wegen meinem sozialen und familiären Umfeld nicht gerade gross in der Lage bin, so (und so viel) zu schreiben, wie ich liebend gerne würde. Manchmal sind die Umstände sogar so, dass ich wochenlang (vereinzelt sogar monatelang) nicht dazu gekommen bin, mich meinem Lieblingshobby widmen zu können.
Wenn ich also was habe, wird es hier gepostet.
Was aber auch bedeutet, dass es manchmal einige Zeit dauern kann, bis ich den nächsten Abschnitt hochladen kann…
Was die Aussage: "..., wie sie es mit uns tat!" betrifft:
Ja, die ganze Geschichte ist von mir alleine erfunden und niedergeschrieben worden. Nur die zwei Hauptcharaktere wurden ursprünglich vor über zwanzig Jahren von anderen Personen inspiriert, die damals die treibende Kraft hinter dem ganzen Projekt waren.
Ich betitle das ganze Projekt übrigens als militärische Humoreske. Deswegen ist die ganze Geschichte nicht nur militärisch gefärbt, sondern handelt auch hauptsächlich innerhalb des Milieus eines (futuristischen) Militärs.
Was die ‚preisgegebenen‘ Informationen betrifft, genügt obiger Text wohl um das ‚Kopfkino‘ in Gang zu setzen und vor allem - wie es Tutziputz in seinen Kommentar hier so treffend formuliert - zum Weiterlesen zu animieren. Darum geht es ja, eigentlich, oder?
Mit den folgenden Texten sollte dann das ganze mehr und mehr vertieft werden und der Hauptcharakter wohl präziser vorgestellt werden.
Ein Kaukasier ist praktisch ein Europäer:
[link]
Nur klingt mir Europäer in einer Geschichte, in der die Erde NICHT vorkommt irgendwie fehl am Platz.
Aber vielleicht fällt mir irgendwann auch ein besserer Begriff dazu ein…
Kaukasier ist doch völlig okay. Ich lese die Bezeichnung häufiger mal in Romanen. Wird, glaube ich, schon öfters mal verwendet. Also ich würde es einfach so lassen. Weil wie du schon sagst, passt es für eine Geschichte, in der die Erde nicht vorkommt